Um das Lernziel zu erreichen, müssen Schülerinnen und Schüler zunächst die **Herrschaftspraxis des Nationalsozialismus im besetzten Europa** analysieren, also verstehen, wie das NS-Regime seine Macht in den eroberten Gebieten durchsetzte – etwa durch Terror, Zwangsverwaltung oder wirtschaftliche Ausbeutung. Dabei ist es wichtig, die **Systematik der Verbrechen gegen die Menschlichkeit** zu erkennen, zu der neben der Judenverfolgung auch die Entrechtung, Deportation und Ermordung weiterer Gruppen wie Sinti und Roma, politischer Gegner oder Zwangsarbeiter zählten. Zudem müssen sie die **Reaktionen der Bevölkerung und Widerstandsbewegungen** in den besetzten Ländern untersuchen, um zu bewerten, wie Menschen auf Besatzung und Unterdrückung reagierten – sei es durch passiven Widerstand, aktive Sabotage oder organisierten Widerstand wie in Frankreich oder Polen. Dafür benötigen sie Kenntnisse über zentrale Begriffe wie **Gleichschaltung, Holocaust, Kollaboration oder Partisanenkrieg**, aber auch die Fähigkeit, **Quellen kritisch auszuwerten**, etwa Tagebücher, Zeitungsartikel oder Augenzeugenberichte, um unterschiedliche Perspektiven zu erfassen. Abschließend sollten sie die **langfristigen Folgen** dieser Herrschaftspraxis für Europa nach 1945 reflektieren, etwa die Teilung Deutschlands oder die Gründung der UNO als Reaktion auf die Verbrechen.