Dieses Lernziel verlangt von euch, die Entwicklungen West- und Osteuropas nach 1945 als zentrale Phase des Übergangs in moderne, postindustrielle Gesellschaften zu verstehen, die sich durch Dienstleistungsorientierung, Digitalisierung und globale Vernetzung auszeichnen. Ihr müsst die prägenden Strukturen und Prozesse dieser Epoche benennen können – etwa die Herausbildung des Wohlfahrtsstaats im Westen, die Systemkonkurrenz im Kalten Krieg oder die Transformationsprozesse nach 1989 – und dabei Fachbegriffe wie „postindustrielle Zivilgesellschaft“, „soziale Marktwirtschaft“, „realsozialistisches System“ oder „Ost-West-Konflikt“ sicher anwenden. Zudem sollt ihr die Rolle von Schlüsselereignissen (z. B. Marshallplan, Mauerfall, EU-Osterweiterung) sowie die unterschiedlichen Geschwindigkeiten und Ausprägungen der Modernisierung in beiden Blöcken analysieren können. Wichtig ist auch, historiographische Debatten zu kennen, etwa zur Bewertung der Nachkriegsprosperität als „goldenem Zeitalter“ oder zur Frage, ob der Ostblock tatsächlich eine „alternative Moderne“ darstellte. Schließlich geht es darum, diese Entwicklungen in größere Zusammenhänge einzuordnen, etwa in die Globalisierung oder die Herausbildung einer europäischen Identität.