Dieses Lernziel verlangt von euch, die komplexen Wechselwirkungen zwischen globalen Wirtschaftsprozessen und nationaler Wirtschaftspolitik zu analysieren, insbesondere wie sich Phänomene wie internationale Arbeitsteilung, Kapitalströme oder Handelsabkommen auf politische Steuerungsmöglichkeiten auswirken. Ihr müsst verstehen, dass Globalisierung nicht nur wirtschaftliche Chancen (z. B. Wachstum, Spezialisierung), sondern auch Risiken (z. B. Abhängigkeiten, Standortwettbewerb, soziale Ungleichheit) mit sich bringt, die staatliches Handeln herausfordern. Dazu gehört, zentrale Akteure wie transnationale Konzerne, internationale Organisationen (WTO, IWF) oder Nationalstaaten in ihren Rollen zu unterscheiden und deren Interessenkonflikte zu erkennen. Konkrete Kompetenzen umfassen die Fähigkeit, aktuelle Beispiele (z. B. Lieferkettenkrisen, Protektionismusdebatten) mit theoretischen Konzepten wie komparativen Kostenvorteilen oder dem „Race-to-the-bottom“-Phänomen zu verknüpfen, sowie politische Handlungsoptionen (Regulierung, Sozialstandards, Industriepolitik) kritisch zu bewerten. Zudem sollt ihr erkennen, dass Globalisierung kein natürlicher Prozess ist, sondern durch politische Entscheidungen (z. B. Deregulierung, Freihandelsabkommen) aktiv gestaltet wird – eine Perspektive, die auch historiographische Debatten über Ursachen und Folgen der Globalisierung einbezieht.