Das Lernziel verlangt, dass ihr biblische und theologische Aussagen über Gott nicht nur wiedergebt, sondern auch in ihren historischen, literarischen und systematischen Kontext einordnest. Dazu gehört, zentrale Gottesbilder des Alten und Neuen Testaments zu kennen – etwa Jahwe als befreienden Gott Israels (Ex 3,14), den schöpferischen Logos des Johannesprologs (Joh 1,1–18) oder die trinitarische Rede von Vater, Sohn und Heiligem Geist – und ihre theologische Funktion zu verstehen, etwa als Antwort auf konkrete Glaubens- und Lebensfragen der jeweiligen Epoche. Ihr müsst zudem Debatten der Gotteslehre nachvollziehen können, etwa die Spannung zwischen Gottes Allmacht und Güte angesichts des Leidens (Theodizee) oder die Frage, ob Gott als personales Wesen oder als transzendente Macht zu denken ist. Praktisch bedeutet das, dass ihr biblische Texte analysieren könnt – etwa durch Form- und Redaktionskritik –, zentrale Begriffe wie „Barmherzigkeit“, „Gerechtigkeit“ oder „Ewigkeit“ definieren und in Beziehung zu philosophischen oder systematisch-theologischen Entwürfen (z. B. bei Augustinus oder Karl Barth) setzen könnt. Schließlich sollt ihr in der Lage sein, unterschiedliche Interpretationen zu vergleichen und kritisch zu bewerten, etwa ob Gott in der Bibel als dynamisch oder statisch dargestellt wird oder wie sich sein Handeln in Schöpfung, Offenbarung und Erlösung zueinander verhält.