Das Lernziel verlangt, dass ihr versteht, wie äußere Einflüsse – also abiotische Faktoren wie Temperatur, Licht oder pH-Wert sowie biotische Faktoren wie Konkurrenz, Räuber-Beute-Beziehungen oder Parasiten – den Genpool einer Population verändern können, indem sie die Überlebens- und Fortpflanzungschancen einzelner Individuen beeinflussen. Dafür müsst ihr zunächst die Grundprinzipien der natürlichen Selektion nach Darwin kennen, insbesondere die Begriffe *Fitness*, *Anpassungswert* und *genetische Variabilität*, und erkennen, dass Selektion nicht zielgerichtet wirkt, sondern von den jeweils herrschenden Umweltbedingungen abhängt. Zudem solltet ihr konkrete Beispiele analysieren können, etwa wie Trockenheit in einer Population von Eidechsen bestimmte Allele begünstigt oder wie die Einführung eines neuen Räubers die Häufigkeit von Tarnfarben in einer Schmetterlingsart verändert. Wichtig ist auch, zwischen *gerichteter*, *stabilisierender* und *aufspaltender Selektion* zu unterscheiden und zu verstehen, wie sich diese auf die Merkmalsverteilung in einer Population auswirken. Schließlich solltet ihr in der Lage sein, solche Prozesse in ökologischen Zusammenhängen zu beschreiben, etwa im Kontext von Klimawandel oder invasiven Arten, und dabei auch mögliche langfristige Folgen wie Artbildung oder genetische Drift zu berücksichtigen.