Um Originaltexte aus dem Lateinischen zu übersetzen und zu interpretieren, müsst ihr zunächst lateinische Sätze grammatikalisch richtig zerlegen und die Bedeutungen der Wörter kennen – dazu gehören auch Grundkenntnisse über Kasus (Fälle), Zeiten und Satzstrukturen wie Subjekt, Prädikat und Objekte. Ihr solltet einfache bis mittelschwere Texte flüssig lesen können, ohne ständig im Wörterbuch nachschlagen zu müssen, und dabei auch typische lateinische Konstruktionen wie Ablativus Absolutus oder AcI (Accusativus cum Infinitivo) erkennen, um sie richtig wiederzugeben. Beim Interpretieren geht es darum, den Sinnzusammenhang zu verstehen, etwa wer handelt, warum etwas passiert oder welche Stimmung der Text vermittelt, und das in eigenen Worten wiederzugeben. Wichtig ist auch, historische oder kulturelle Hintergründe einzubeziehen, etwa wenn von römischen Göttern, Alltagsleben oder politischen Ereignissen die Rede ist, um den Text besser einordnen zu können. Schließlich sollt ihr lernen, eure Übersetzung und Deutung kurz zu begründen, etwa warum ihr eine bestimmte Wortstellung gewählt oder eine Metapher besonders hervorgehoben habt.